Bremse versagt - Renault R5 - Alpine A290 - Fehler OPD Übergang Rekuperation Bremse?

  • Never Ending Story …


    Nach Fristsetzung habe ich meine Alpine am 16.02. mit freudiger Erwartung abgeholt – die Ernüchterung folgte sofort:


    Das Fahrzeug stand von insgesamt vier Wochen rund 3,5 Wochen unberührt in einer Ecke der Werkstatt.


    Ich habe der Werkstatt vorab klar mitgeteilt, dass ich das Fahrzeug ohne Reparatur oder ohne einen eindeutigen Ausschluss eines erneuten Auftretens des Fehlers nicht entgegennehmen werde.


    Daraufhin wurde mir schriftlich zugesichert, dass das Problem ernst genommen und mit Hochdruck daran gearbeitet werde. Am Ende des Tages stellte sich das jedoch als leere Versprechung heraus:


    Bei der Abholung wurde mir mitgeteilt, dass keinerlei weitere Arbeiten am Fahrzeug durchgeführt wurden. Alpine übernimmt schlicht keine Kosten für weiterführende Diagnosen, weshalb man mir auch schriftlich nahegelegt hatte, das Fahrzeug nach Feierabend „mitzunehmen“.

    Also habe ich die Alpine wieder abgeholt. Die Rückfahrt verlief zunächst problemlos.


    Doch damit war das Thema nicht erledigt.


    Am Wochenende – nach mehreren frostigen Tagen – wurde es wärmer, der Schnee taute, hohe Luftfeuchtigkeit bei einstelligen Plusgraden. Genau unter diesen Bedingungen tritt die Bremsproblematik erneut massiv auf.


    Mehrfach kam es wieder vor, dass die Bremse nahezu keine Wirkung zeigte.


    Dieses Mal habe ich gezielt die Live-Daten beobachtet, insbesondere den Bremsdruck. Dabei ist klar festzustellen, dass extrem hoher Bremsdruck nötig ist, um das Fahrzeug überhaupt zum Stillstand zu bringen. Gestern habe ich versucht, das Problem gezielt zu reproduzieren:

    Fahrzeug gestartet, losgefahren – und am Ende meiner Privatstraße erneut keine Bremswirkung. Ich musste ungewöhnlich viel Kraft aufbringen, um eine Verzögerung zu erreichen. Subjektiv wirkt es so, als würde die Beinkraft nicht 1:1 auf die Bremswirkung übertragen. Der rote Balken der hydraulischen Anzeige wanderte dabei bis etwa 1-Uhr-Position auf der Skala.


    Ich bin anschließend ca. 5 km Überland gefahren, nasse Fahrbahn, Geschwindigkeit etwa 70–80 km/h. Am Ende der Strecke ein Stoppschild:

    Zuerst Rekuperation, dann Fußbremse – keine Verzögerung. Ich musste extrem stark bremsen, um nicht in die kreuzende Fahrbahn zu geraten. Auch hier wanderte der rote Balken sehr weit nach oben. Aufgrund der brenzligen Situation konnte ich die Anzeige nur eingeschränkt beobachten.


    Bislang trat das Problem überwiegend bei niedrigen Geschwindigkeiten auf – umso erschreckender war diese Situation.


    Heute habe ich erneut die Assistance kontaktiert. Das Fahrzeug wird wieder in die Werkstatt geschleppt.


    Ich werde damit keinen Meter mehr fahren, bis die Ursache eindeutig gefunden und behoben ist.

  • Hallo,

    Wäre es möglich den Standort der Werkstatt kundzutun (nicht dass hier noch jemand dort hingeht) . Es muss doch möglich sein auf dem Prüfstand die Bremsen zu prüfen? Ich denke aber, dass der Druck auf das Bremspedal Vorrang hat gegenüber der rekuperation. Dann muss doch eindeutig festzustellen sein ob vom BKV zu den Sätteln was ankommt. Oder doch wie bei mir damals der ABS-Block was hat. Auch muss ein für alle Mal ausgeschlossen sein, dass nicht Rost oder Feuchtigkeit auf den Scheiben ist. Und braucht der BKV Unterdruck oder nicht und bekommt er den auch? Sollte das kein elektronisches Problem sein kann das Fahrzeug das aber auch nicht merken.

    Ich hoffe, dass meine Alpine (Gottseidank nur der Fünftwagen) eine fähigere Werkstatt hat. Sorry das musste jetzt raus.

    Grüße Marcus

  • Hallo,

    Wäre es möglich den Standort der Werkstatt kundzutun.. Auch muss ein für alle Mal ausgeschlossen sein, dass nicht Rost oder Feuchtigkeit auf den Scheiben ist.

    Natürlich, es ist die RRG in Hamburg, Behringstr.!


    "Lustig" ist, das selbst die Renault Assistance keine gute Meinung zu RRG hat. Ich bat auch darum, die Alpine evtl in eine andere Alpine Werkstatt zu verbringen, aber das Alpine Netz ist sehr grobmaschig, weswegen Bremen dann der nächste Ansprechpartner wäre. Das ist dann doch zu weit.


    Schaut euch mal die hinteren Bremsscheiben bei euren Autos genau an, die sehen nach drei Monaten schon nicht mehr so gut aus. Das ist aber allgemein ein Problem bei Elektrofahrzeugen. Rost und Feuchtigkeit lässt sich ja nicht vermeiden, es sollte nur nicht hinderlich beim Bremsen sein!

  • Hallo,

    Die Alpine ist 3 Monate alt. Rost an den Scheiben kriege ich hier innerhalb von 1 Woche hin (bei dem Auto das gerade nicht benutzt wird) .Die hinteren Scheiben bremse ich schon wegen festgehens der Kolben oder Führungen auch im Sommer regelmäßig frei (vor dem Ortseingang einfach mal (auf rückwärtigen Verkehr achten) von 100 auf 50 stärker abbremsen. Nichts desto trotz hatte mich das mit dem zu wenig genutzten ABS erwischt (das hatte ich bei mir nicht ein einziges Mal gebraucht, was zur Fehlfunktion bis hin zum kompletten kurzzeitigen Ausfall führte) Sind hier im Forum Mitarbeiter von Renault unterwegs? Würde mich interessieren wie das bremssystem aufgebaut ist? Pedal zum BKV ? Unterdruck? Dass alle 2 Jahre die bremsflüddigkeit gewechselt wird hat mir mein Händler schon mitgeteilt

    Wenn alles nicht fruchtet wäre evtl mal eine email an die Autodoktoren hilfreich?

    Und das mit den Anwälten ist immer so ne Sache, die haben Andere auch.

    Grüße Marcus

  • Im R5 ist das Aumovio (ehemals Continental) MK C2 verbaut.


    MK C2 | AUMOVIO


    Kurzfassung: Im Normalbetrieb ist es quasi ein brake-by-wire system. Der Druckaufbau wird komplett über die Pumpe realisiert. Nur im Fehlerfall wird der Durchgriff zum Pedal geschaltet, dann erfolgt der Druckaufbau ohne Bremskraftverstärkung nur über die Pedalkraft. Das würde tendenziell zum hier beschriebenen Fehlerbild passen, allerdings ist es eigentlich ausgeschlossen, dass in diesem Fall nicht bewarnt und kein Fehlerspeichereintrag hinterlegt wird.

  • "Wie wird der Fehlerfall festgestellt?"


    Die Frage können dir nur die Ingenieure von Aumovio und Renault beantworten. Wenn man alle möglichen Fehlerfälle, -Wirkketten und die entsprechenden Reaktionen auflisten würde, dürfte das ein recht imposantes Werk werden. Das ist einer der Gründe, warum sich die Automobilentwicklung (in Europa) über mehrere Jahre hinzieht.
    Der einfachste und "worst case"-Fehler: Spannungsausfall für das komplette Steuergerät. Dann springen die Ventile (federbelastet) in ihre "default"-Position und das Pedal ist an den hydraulischen Bremskreis gekoppelt.

    "Warum beim manuellen Bremsen keine Verstärkung?"

    Weil es dann schlicht und ergreifend keine Komponente mehr gibt, die die Bremskraft noch verstärken könnte.
    Pumpe in Ordnung --> Bremsung "by wire", Drcukaufbau über die Pumpe
    Pumpe ausgefallen --> Bremsung "manuell", Drcukaufbau über Pedal